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Benediktinerin werden

 

Ewige Profess
   von Sr. Christiane

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wunsch sich unserer Gemeinschaft anzuschließen, kann nach und nach in einer Frau wach werden und er wird sich auf unterschiedliche Weise Gehör verschaffen. Jede Mitschwester hat ihre eigene Berufungsgeschichte. 
Bittet eine Frau um Aufnahme in unsere  Gemeinschaft, beginnt zunächst die Phase des gegenseitigen Kennenlernens.
Gemeinsam mit der Novizenmeisterin hinterfragt die Kandidatin in persönlichen Gesprächen ihren eingeschlagen Weg. Will sie sich nach längerer Zeit des Kennenlernens unserer Gemeinschaft anschließen, so wird sie von der Priorin in das einjährige Postulat aufgenommen. Dies ist eine Zeit, in der die Erfahrung des klösterlichen Alltags vertieft wird. Vorraussetzung für diesen ersten Schritt ist, dass die Kandidatin katholisch und ungebunden ist. Sie sollte eine abgeschlossene Berufsausbildung und etwas Berufserfahrung besitzen. 

Dem Postulat schließt sich eine insgesamt fünfjährige Probezeit an. Sie untergliedert sich in ein zweijähriges Noviziat und eine Zeit der Bindung für drei Jahre, der zeitlichen Profess. Das Noviziat beginnt mit der , bei der die Postulantin das klösterliche Ordensgewand und einen Schwesternnamen erhält. 

Bei der zeitlichen Profess legt die Novizin die drei benediktinischen Gelübde ab. Sie verspricht für drei Jahre: einen klösterlichen Lebenswandel im Geist des hl. Benedikt (conversatio morum), Gehorsam (oboedienta) und Beständigkeit auf ihrem Weg (stabilitas). Diese drei benediktinischen Gelübde sind wie ein tragendes Fundament, auf dem sich der Weg unseres zukünftigen Lebens entfalten möchte. 

Auf dem Weg der Erprobung ist auch unsere Gemeinschaft in diesen Entscheidungsprozess hineingenommen. So beraten wir die Priorin bei der Frage der Zulassung zur Aufnahme einer Postulantin ins Noviziat und geben unsere Zustimmung zur Ablegung der zeitlichen Profess. 

Während der ganzen Probezeit befasst sich die neue Schwester in besonderer Weise mit dem Studium der Heiligen Schrift, der Benediktusregel und der Ordens- und Kirchengeschichte, sowie mit der Feier der Liturgie, mit dem gregorianischen Choral und der lateinischen Sprache. Aber auch für die tägliche Arbeit ist ein angemessener Zeitraum bestimmt, denn wir leben als Gemeinschaft von der Arbeit unserer Hände.

Mit der feierlichen Profess, dem Ablegen der drei Gelübde auf Lebenszeit und einer Weihe durch die Kirche endet die Probezeit und der Weg in der endgültigen Bindung an Gott nimmt seinen Anfang.